Zum Inhalt springenIch betreue bewusst nur wenige Projekte gleichzeitig – dafür jedes persönlich.
WordPress oder Next.js – Welche Technologie passt zu Ihrem Projekt?
WordPress vs. Next.js im direkten Vergleich: Vor- und Nachteile beider Technologien, damit Sie die richtige Entscheidung für Ihr Webprojekt treffen.Ich baue beides und verkaufe beides. Das ist der Grund, warum dieser Text kein Plädoyer für eine Seite wird – ich verdiene an beiden Wegen, und die falsche Empfehlung kommt in Form von Ärger zu mir zurück.
WordPress betreibt rund 41 % aller Websites weltweit (W3Techs, Stand Juli 2026) – die Zahl fällt langsam, hat aber keinen ernsthaften Verfolger. Next.js spielt in einer ganz anderen Liga der Verbreitung und trotzdem in derselben Entscheidung. Der Unterschied zwischen beiden ist nicht „alt gegen modern", sondern eine Frage danach, wer die Seite später anfasst.
Der eigentliche Unterschied: Wer pflegt die Inhalte?
Bei WordPress melden Sie sich an und schreiben. Sie ändern einen Preis, tauschen ein Foto, ergänzen eine Seite – ohne mich, ohne Termin, ohne Rechnung. Dafür gibt es ein öffentlich erreichbares Login, eine Datenbank und ein System aus Erweiterungen, das gepflegt werden muss.
Bei einer individuell entwickelten Next.js-Seite gibt es das alles nicht. Inhalte liegen im Projekt, Änderungen laufen über einen Bereitstellungsvorgang. Das ist technischer – es sei denn, man hängt ein Redaktionssystem an, das genau diese Lücke schließt.
Wer diese eine Frage für sich beantwortet, hat die Entscheidung meist schon getroffen.
Was für WordPress spricht
Der schnelle Start ist real: Eine ordentliche WordPress-Seite kann in wenigen Tagen stehen, weil Themes und Erweiterungen einen großen Teil der Arbeit vorwegnehmen. Für fast jede Anforderung existiert bereits etwas – Formulare, Shop, Buchungen, Newsletter.
Und Sie sind nicht an mich gebunden. WordPress-Entwickler gibt es überall; wenn wir nicht zusammenpassen, findet sich Ersatz an jeder Ecke. Das ist ein ehrliches Argument, auch wenn es gegen meine eigene Auftragslage spricht.
Der Preis dafür ist Pflege. Jede Erweiterung von Dritten ist Code, den niemand aus Ihrem Umfeld geprüft hat, und der übliche Weg für Sicherheitslücken führt genau dort hinein. Dazu kommt: Erweiterungen summieren sich zu Ladezeit. Ein Auftritt mit fünfzehn davon ist auf dem Telefon selten schnell.
Die Seiten werden im Voraus erzeugt und als fertige Dateien ausgeliefert. Das ist der Grund für die kurzen Ladezeiten – es wird zum Zeitpunkt des Abrufs nichts mehr zusammengesetzt.
Die Angriffsfläche ist kleiner, weil weniger da ist: kein öffentliches Login, keine erreichbare Datenbank, keine fremden Erweiterungen. „Sicher" ist trotzdem das falsche Wort. Jede öffentlich erreichbare Anwendung lässt sich angreifen; hier gibt es nur deutlich weniger Wege hinein.
Und alles, was gebaut wird, wird so gebaut, wie es gebraucht wird – ohne den Umweg über eine Erweiterung, die 80 % trifft und für die restlichen 20 % Kompromisse verlangt.
Dagegen steht: Der Einstieg kostet mehr, die Inhaltspflege ist ohne angebundenes Redaktionssystem technisch, und der Kreis möglicher Nachfolger ist kleiner als bei WordPress.
| Kriterium | WordPress | Next.js |
|---|---|---|
| Inhalte selbst pflegen | Ja, im Browser | Technisch, oder mit angebundenem CMS |
| Ladezeit | Hängt an Erweiterungen und Hosting | Kurz, weil vorab erzeugt |
| Angriffsfläche | Login, Datenbank, fremde Erweiterungen | Deutlich kleiner, nie null |
| Erstellung | Ab ca. 990 € | Ab ca. 1.490 € |
| Laufend | 50–150 €/Monat bei externer Pflege | Ab 29 €/Monat, Pflege eingeschlossen |
| Anbieterwechsel | Leicht, großer Markt | Aufwendiger, kleinerer Markt |
| Erweiterbarkeit | Fertige Erweiterungen | Individuelle Entwicklung |
Wozu ich in der Praxis rate
Zu WordPress, wenn das Budget begrenzt ist, wenn regelmäßig selbst geschrieben wird – Blog, Nachrichten, Veranstaltungen – oder wenn ein Shop mit gängigen Anforderungen entstehen soll. Vereine, Portfolios, klassische Unternehmensseiten mit Blog: alles gute WordPress-Fälle.
Zu Next.js, wenn Geschwindigkeit ein Verkaufsargument ist, wenn die Anforderungen an Sicherheit über das Übliche hinausgehen, wenn die Seite Dinge tun soll, für die es keine fertige Erweiterung gibt – oder wenn Sie Ruhe wollen und bereit sind, dafür vorn mehr auszugeben.
Es gibt auch den Mittelweg: ein Redaktionssystem im Hintergrund, Next.js für die Darstellung. Sie schreiben komfortabel, ausgeliefert wird trotzdem vorab erzeugt. Das lohnt sich, wenn viel Inhalt entsteht und Geschwindigkeit trotzdem zählt – und es ist der teuerste der drei Wege, weil zwei Systeme betrieben werden wollen.
Drei Entscheidungen aus meiner eigenen Arbeit
Statt allgemeiner Empfehlungen drei Projekte, die Sie sich ansehen können, und der Grund für die jeweilige Wahl.
Kipp-Tester – individuelle Entwicklung. Eine Plattform für Prüfgeräte in fünf Sprachen, mit einem Produktkatalog und Preistransparenz im B2B-Umfeld. Ausschlaggebend war die Mehrsprachigkeit: Fünf Sprachen sauber zu pflegen, ist bei WordPress ein Erweiterungsthema mit dauerhaftem Pflegeaufwand. Individuell entwickelt ist es eine Frage der Datenstruktur, die einmal gelöst wird.
XLEISTER – WordPress. Ein Hausmeister- und Facility-Service mit fünf Leistungsbereichen. Hier war das Gegenteil richtig: überschaubarer Umfang, Inhalte, die der Betrieb selbst ändern will, kein Bedarf an eigener Logik. Eine individuelle Entwicklung hätte dasselbe Ergebnis teurer erzeugt.
NaturNems – bestehendes Shopsystem. Ein laufender Shop, bei dem es nicht um einen Technologiewechsel ging, sondern um den Weg vom Warenkorb zur Bestätigung. Die dritte Antwort, die in Vergleichsartikeln fehlt: Manchmal ist die richtige Entscheidung, das System zu behalten und die Engstelle zu beheben.
Was ein Wechsel tatsächlich kostet
Wer von WordPress auf eine individuelle Entwicklung wechselt, unterschätzt meist nicht die Entwicklung, sondern das Drumherum.
| Posten | Was oft übersehen wird |
|---|---|
| Inhalte übernehmen | Selten ein reiner Export. Struktur und Formatierungen müssen neu gedacht werden. |
| Weiterleitungen | Jede alte Adresse braucht ein Ziel. Ohne das verlieren Sie Rankings, die Sie schon hatten. |
| Redaktionelle Gewohnheiten | Wer den WordPress-Editor kennt, muss etwas Neues lernen. Das ist Aufwand, auch wenn es besser ist. |
| Erweiterungen, die es nicht mehr gibt | Formular, Newsletter, Buchung – jede Funktion muss ersetzt oder ersatzlos gestrichen werden. |
| Parallelbetrieb | In der Umstellungsphase laufen beide Systeme. Das kostet doppelt, aber kürzer als ein harter Schnitt. |
Die Weiterleitungen sind der Punkt, an dem am meisten kaputtgeht. Ein Wechsel ohne sauberen Umzugsplan kostet regelmäßig die Sichtbarkeit, die über Jahre entstanden ist – und das merkt man erst nach Wochen.
Wann sich ein Wechsel nicht lohnt
Drei Fälle, in denen ich abrate, obwohl ich an einem Wechsel verdienen würde:
Die bestehende Seite ist langsam, aber die Ursache sind Bilder und ein überladenes Theme. Das lässt sich in WordPress beheben, und zwar für einen Bruchteil.
Der Betrieb hat gerade keine Kapazität für neue Inhalte. Ein Systemwechsel ohne redaktionelle Begleitung ergibt eine schnellere Seite mit denselben Texten – und die Texte waren das Problem.
Es gibt niemanden, der die Seite danach betreut. Eine individuell entwickelte Anwendung braucht weniger Pflege als WordPress, aber nicht null. Wenn niemand zuständig ist, ist WordPress mit Wartungsvertrag die ehrlichere Wahl.
Lassen Sie sich die Entscheidung nicht von der Technik abnehmen. Ein sorgfältig gemachter WordPress-Auftritt schlägt eine lieblos umgesetzte Individuallösung deutlich – und umgekehrt gilt dasselbe. Die Frage ist nie, welches System besser ist, sondern welches zu Ihrer Arbeitsweise und Ihrem Budget passt.
Wenn Sie mögen, schildern Sie mir Ihr Vorhaben. Ich sage Ihnen, welcher der drei Wege passt – auch dann, wenn es der günstigere ist.
Vorhaben schildern Weiterlesen
Passende Beiträge aus demselben Themenfeld.