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Core Web Vitals verbessern – Der Praxis-Guide für bessere Google-Rankings
LCP, INP und CLS verstehen und optimieren: Praktische Maßnahmen für bessere Core Web Vitals, schnellere Ladezeiten und höhere Google-Rankings.Core Web Vitals sind Googles Versuch, „fühlt sich schnell an" in Zahlen zu fassen. Seit 2021 fließen sie ins Ranking ein, und seither werden sie in Angeboten gern als Zauberwort verwendet. Tatsächlich sind es drei ziemlich konkrete Messwerte, die man verstehen kann, ohne Entwickler zu sein.
| Metrik | Was gemessen wird | Guter Wert |
|---|---|---|
| LCP | Wann das größte sichtbare Element steht | unter 2,5 Sekunden |
| INP | Wie schnell die Seite auf Klicks und Eingaben reagiert | unter 200 Millisekunden |
| CLS | Ob beim Laden noch etwas verrutscht | unter 0,1 |
Sinnvoll wird das erst, wenn man dahinter sieht, was sie über die eigene Seite verraten.
Zuerst messen, sonst optimieren Sie ins Blaue
Der schnellste Einstieg ist pagespeed.web.dev. Dort URL eintragen, und Sie bekommen zwei Arten von Daten: Labordaten aus einem simulierten Abruf und Felddaten von echten Besuchern. Die Felddaten sind die wichtigeren – sie entstehen auf den Geräten und in den Netzen, die Ihre Kunden tatsächlich haben, und liegen fast immer schlechter als das Labor.
Wer die Search Console eingerichtet hat, findet dort denselben Blick über die ganze Website statt über eine einzelne Seite, getrennt nach Mobil und Desktop. Und wenn Sie wissen wollen, warum etwas langsam ist statt nur dass es langsam ist: Entwicklertools öffnen, Reiter „Performance", Seite neu laden. Dort sieht man Sekunde für Sekunde, worauf gewartet wird.
LCP: Was den ersten Eindruck aufhält
Der LCP misst, wann der wichtigste sichtbare Inhalt fertig ist – meist ein großes Bild im Kopfbereich oder eine Überschrift. Er ist der Wert, der bei den meisten Seiten als Erstes reißt, und die Ursache ist erstaunlich oft dieselbe: ein zu großes Bild.
Ein Foto mit 2 MB, das direkt aus der Kamera hochgeladen wurde, lässt sich in aller Regel auf unter 200 KB bringen, ohne dass jemand einen Unterschied sieht. Dazu gehört das richtige Format – WebP statt JPEG – und die richtige Größe: Ein 4000 Pixel breites Bild in einem 800 Pixel breiten Bereich ist verschwendete Ladezeit, viermal übertragen für nichts.
Das zweite Muster ist Lazy Loading am falschen Ort. Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs später zu laden, ist richtig. Das oberste Bild später zu laden, ist genau der Fehler, den der LCP bestraft – es soll ausdrücklich zuerst kommen.
Und darunter liegt der Server. Wenn die erste Antwort schon zwei Sekunden braucht, hilft keine Bildoptimierung mehr. Diese Seite hier antwortet in rund 35 Millisekunden, weil sie vorab erzeugt wird und beim Abruf nichts mehr zusammensetzen muss.
INP: Wenn die Seite steht, aber nicht reagiert
INP hat 2024 den alten FID-Wert abgelöst und misst nicht mehr nur die erste Interaktion, sondern alle. Das ist der ehrlichere Wert – und der unbequemere.
Schlechte INP-Werte kommen fast immer von JavaScript. Große Skriptpakete blockieren den Hauptprozess des Browsers; solange der beschäftigt ist, passiert auf einen Klick sichtbar nichts. Der Nutzer klickt dann noch einmal, was die Lage verschlimmert.
Die Gegenmittel sind unspektakulär: nur den Code laden, den die aktuelle Seite wirklich braucht; lange Berechnungen in kleinere Stücke zerlegen, damit der Browser zwischendurch reagieren kann; wirklich schwere Aufgaben in einen Hintergrundprozess auslagern. Und der wirksamste Hebel überhaupt: weniger fremde Skripte. Jedes Chat-Fenster, jedes Analysewerkzeug, jede Social-Media-Einbindung kostet, und die wenigsten verdienen ihren Preis.
CLS: Das Springen, über das sich alle ärgern
Sie kennen das: Sie wollen auf einen Link tippen, im letzten Moment lädt ein Banner nach, alles rutscht, und Sie treffen etwas anderes. Genau das misst CLS.
Die häufigste Ursache sind Bilder ohne Größenangabe. Ohne width und height – oder wenigstens ein festes Seitenverhältnis – weiß der Browser nicht, wie viel Platz er freihalten soll, und schiebt beim Eintreffen alles auseinander. Dasselbe passiert bei Schriften, die nachladen und die Systemschrift ersetzen, bei Cookie-Hinweisen, die sich über den Inhalt schieben, und bei eingebetteten Videos oder Karten ohne festen Rahmen.
Die Behebung ist in fast allen Fällen dieselbe Idee: Platz reservieren, bevor der Inhalt da ist.
Was die Punktzahl bedeutet – und was nicht
| Punkte | Einordnung |
|---|---|
| 90–100 | Gut. Hier lohnt sich weitere Arbeit selten |
| 50–89 | Verbesserungswürdig. Meist an ein, zwei Ursachen aufzuhängen |
| 0–49 | Schlecht. Spürbar für Besucher, nicht nur für Messwerkzeuge |
Wichtiger als die Zahl ist, woher sie kommt. Bei WordPress hängt sie fast vollständig an drei Dingen: Anzahl der Erweiterungen, Qualität des Themes und Leistung des Hostings. Ein gewachsener Auftritt mit fünfzehn Erweiterungen landet auf dem Telefon häufig zwischen 40 und 60 Punkten – nicht weil WordPress schlecht wäre, sondern weil sich fünfzehn Kleinigkeiten zu einer großen summieren.
Eine vorab erzeugte Seite ohne Erweiterungskette erreicht die 90er regelmäßig. Das ist kein Verdienst, sondern eine Folge davon, dass weniger passiert.
Die Schwellenwerte auf einen Blick
Die Tabelle ganz oben nennt die guten Werte. Vollständig wird das Bild erst mit den beiden Stufen darunter – und der Übergang ist nicht fließend: Fürs Bestehen zählt allein die erste Spalte.
| Messwert | Gut | Verbesserungswürdig | Schlecht |
|---|---|---|---|
| LCP – größtes Element sichtbar | bis 2,5 s | bis 4,0 s | über 4,0 s |
| INP – Reaktion auf Eingaben | bis 200 ms | bis 500 ms | über 500 ms |
| CLS – Verschiebung des Layouts | bis 0,1 | bis 0,25 | über 0,25 |
Bewertet wird dabei nicht Ihr Durchschnitt, sondern das 75. Perzentil: Drei von vier Besuchern müssen den guten Wert erreichen. Das ist der Grund, warum eine Seite auf Ihrem Rechner schnell wirkt und trotzdem durchfällt – Ihr Anschluss und Ihr Telefon sind nicht der Maßstab.
Labordaten und Felddaten sind nicht dasselbe
Das ist der Punkt, an dem die meisten Berichte falsch gelesen werden.
Labordaten entstehen aus einem einzelnen Durchlauf unter simulierten Bedingungen – gedrosseltes Netz, gedrosselte Rechenleistung. Sie sind reproduzierbar und eignen sich zum Vergleich zweier Stände. Was sie nicht können: INP messen. Der Wert braucht echte Eingaben durch echte Besucher; im Labor gibt es nur Näherungen.
Felddaten stammen aus dem Chrome User Experience Report und geben wieder, was Besucher tatsächlich erlebt haben, über 28 Tage. Nur diese Zahlen zählen für die Bewertung durch Google. Sie haben zwei Haken: Sie hinken der Realität um Wochen hinterher, und bei wenig besuchten Seiten gibt es sie gar nicht – dann bleibt der Bericht leer.
Praktisch heißt das: Optimieren Sie anhand von Labordaten, weil Sie dort sofort sehen, ob eine Änderung wirkt. Beurteilen Sie den Erfolg anhand von Felddaten, aber erwarten Sie das Ergebnis frühestens vier Wochen später.
Die häufigsten Ursachen, nach Aufwand sortiert
Die Ursachen stehen oben bei den einzelnen Messwerten. Was dort fehlt, ist die Reihenfolge – und die entscheidet, ob ein Nachmittag reicht oder ein Projekt daraus wird. So arbeite ich eine Seite ab:
| Reihenfolge | Maßnahme | Aufwand | Typische Wirkung |
|---|---|---|---|
| 1 | Verzögertes Laden vom obersten Bild nehmen | Minuten | oft eine ganze Sekunde LCP |
| 2 | Bilder verkleinern und ins richtige Format bringen | ein Nachmittag | halbe Datenmenge |
| 3 | Feste Maße für Bilder, Banner, Einbettungen | gering | CLS meist erledigt |
| 4 | Schriften selbst ausliefern und vorladen | gering | ruhigerer Aufbau, nebenbei datenschutzfreundlicher |
| 5 | Fremde Skripte aussortieren | mittel bis hoch | der einzige echte Hebel bei INP |
Punkt 1 und 2 bringen bei den meisten Seiten mehr als alles, was danach kommt. Punkt 5 ist der aufwendigste und wird deshalb gern zuerst angeboten – lohnend ist er erst, wenn die vier davor stehen.
Der Punkt, an dem es aufhört, Technik zu sein
Core Web Vitals sind ein offizieller Rankingfaktor, aber sie sind kein Hebel, mit dem man an Google vorbei nach oben kommt. Ihr eigentlicher Wert liegt woanders: Wer lange auf Inhalt wartet, ist zurück in den Suchergebnissen, bevor Ihre Seite fertig ist – und Sie erfahren nie, dass er da war.
Wenn Sie wissen wollen, wo Ihre Seite steht und welche zwei, drei Ursachen den Unterschied machen würden: Schicken Sie mir die Adresse. Sie bekommen eine Einschätzung, keine Verkaufspräsentation.
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